Die Focke-Wulf Fw 190 wurde von beiden kriegsführenden Seiten als das beste Jagdflugzeug angesehen, das Deutschland im Zweiten Weltkrieg hervorgebracht hat; sie war als "zweite Geige" gegenüber der Messerschmitt Bf 109 gedacht. Der Prototyp machte seinen Erstflug am 1. Juni 1939. Trotz einigen Misstrauens des Reichsluftfahrtministeriums in Bezug auf luftgekühlte Sternmotoren wurde der BMW 139 14 Zylinder Doppelstern-Motor in den ersten Prototypen sehr erfolgreichen Flugversuchen unterzogen, und die Fw 190 wurde Deutschlands erster von einem Sternmotor angetriebener Jagdeindecker. Ihre späteren Flugleistungen hätten sicherlich alle Zweifel des RLM zerstreut, aber man war beim anfänglichen Einsatz des Musters vorsichtig, und so wurde die Maschine nicht vor August 1941 über England gesichtet. Die ursprüngliche Serie (Fw 190 A) wurde mit dem leistungsstärkeren BMW 801 Doppelstemmotor ausgerüstet. Die Nachfolgemuster unterschieden sich hauptsächlich in der Feuerkraft. Die nächste größere Serie betraf die Fw 190 D "Dora", die von einem Junkers Jumo 213 12 Zylinder V-Motor angetriebene Langnasen-Version, die 1943 in den Truppendienst kam. Der Einbau des flüssigkeitsgekühlten Jumo V-Motors brachte verschiedene Änderungen der Zelle mit sich, obwohl die ringförmige Kühlerführung des Jumo den Eindruck eines mit Sternmotor angetriebenen Flugzeuges beibehielt. Tragflächen und Leitwerk der A-Serie blieben unverändert, der Rumpf wurde jedoch auf 10,30 m verlängert und die Höhenflosse etwas verbreitert. Es wurden Vorkehrungen zum Einbau einer 30 mm MK 108 Kanone im V-Motor der Fw 190 D 12 und -13 getroffen, die durch die Propellernabe feuern sollte. Der Einbau des BMW 50 Laders brachte eine weitere Leistungserhöhung: die Fw 190D-12 hatte eine Höchstgeschwindigkeit von 725 km/h in 11300 m Höhe. Die weitere Entwicklung der von Jumo angetriebenen D-Reihe wurde später unter der neuen Bezeichnung Ta 152 fortgesetzt. Es gab keine Fw 190 E, und die Fw 190 F wurde aus der A entwickelt mit zusätzlicher Panzerung für Tiefangriffseinsätze und Wegfall der äußeren Flügelkanonen. Die Fw 190 G war ein Jagdbomber, der im Normalfall eine 500 kg Bombe oder eine 1000 kg Bombe unter der Rumpfmitte tragen konnte.